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Kosten rund um's Doppelmessermähwerk

Schäfer schützen: Doppelmessermähwerk

© HNEE 2020 / Ann-Kristin von Saurma-Jeltsch


Grünland hat einen herausragenden Wert für die biologische Vielfalt. Durch seine unterschiedlichen Strukturen und seine gestaffelte Blühabfolge bietet es Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren wie Vögel, Reptilien, Insekten und Spinnen. So zählt beispielweise langjährig extensiv genutztes Grünland, wie der Kalkmagerrasen, zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas (BfN, 2014). Doch die Mahd, welche einerseits zur Erhaltung der vielfältigen Flora beiträgt, dezimiert andererseits die Fauna des Grünlandes erheblich (van de Poel & Zehm, 2014). Denn bei jedem Schnitt mit einem gängigen Mähwerk wird ein Zehntel bis ein Drittel der Tierpopulation auf dem Grünland getötet (Hermann et al., 1987; Oppermann und Classen, 1998).

Untersuchungen zeigen jedoch, dass der Schaden an der Grünlandfauna je nach eingesetztem Mähwerk variiert (Claßen & Oppermann, 1996; Hemmann et al., 1987; Humbert et al., 2010; Oppermann & Classen, 1998; Oppermann et al., 2000; Wilke, 1992). So führen Balken- und Doppelmessermähwerke zu wesentlich geringeren Verlusten als Rotationsmähwerke. Wilke (1992) stellte beispielsweise fest, dass die Mahd mit einem Rotationsmähwerk fünfmal mehr Schaden in Heuschreckenpopulationen anrichtete als ein Doppelmessermähwerk.

Ein weiterer Vorteil der Nutzung eines Doppelmessermähwerkes ist laut Herstellerangaben der geringere Verschmutzungsgrad des Futters (BB Umwelttechnik, 2019). Denn ein erhöhter Verschmutzungsgrad des Futters führt zu einer verringerten Energiedichte je Kilogramm Grundfutter. So verursacht ein Prozent mehr Futterverschmutzung eine Energieminderung um etwa 0,1 MJ NEL/kg TM (Claas, 2014). Während ein Rotationsmähwerk durch die bodennah rotierenden Klingen Erde von beispielsweise Maulwurfshaufen im Schnittgut verteilt, erfolgt die Verschmutzung des Ernteguts beim Doppelmessermähwerk nur punktuell (BB Umwelttechnik, 2019). Folglich führt der geringere Verschmutzungsgrad zu einer Qualitätssteigerung.

Diese Qualitätssteigerung spielt beim An- bzw. Verkauf von Heu oder Silage eine Rolle, da sie tendenziell zu einer Preiserhöhung beiträgt. Da Raufutter jedoch vorwiegend innerbetrieblich verrechnet wird, liegen Marktpreise für Grundfuttermittel in der Regel nur saisonal und mit Regionsbezug vor. Folglich gibt es keine Zahlen zu durchschnittlichen Marktpreisen oder Standardkosten zur innerbetrieblichen Verrechnung für Grundfutter mit unterschiedlichem Verschmutzungsgrad.

Während die Nutzung eines Doppelmessermähwerkes also einerseits Kosten bzw. negative Umwelteffekte mindert, steigert die Nutzung eines solchen Mähwerkes aber andererseits die Kosten für die Grundfutterwerbung wesentlich. Diese Mehrkosten sind so bedeutend, dass es eines finanziellen Ausgleiches bedarf, um Anreize für die Nutzung eines Doppelmessermähwerkes zu geben (van de Poel & Zehm, 2014).


Ziel der Praxisstudie im Netzwerkprojekt ‚Schäfer Schützen‘ ist:

  1. Zusammenstellung der zusätzlichen Kosten durch die Nutzung eines Doppelmessermähwerkes im Vergleich zur Anwendung eines rotierenden Mähwerkes
  2. Begleitende Überprüfung des Verschmutzungsgrades des Schnittguts von einem Doppelmessermähwerk im Vergleich zu einem Rotationsmähwerk.
  3. Ableitung von Empfehlungen für einen finanziellen Ausgleich beim Einsatz des Doppelmessermähwerkes


Ergebnisse
AbschlussberichtAbschlussbericht-Kosten-verschiedener-Mhmethoden.pdf 



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Dieses Vorhaben wird gefördert durch das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum in Brandenburg und Berlin für die Förderperiode 2014 bis 2020 Maßnahme M16 (Zusammenarbeit zur Implementierung ressourcenschonender Landnutzungsmethoden und Anbauverfahren sowie einer nachhaltigen Betriebsführung). Die Zuwendung dieses Vorhabens setzt sich aus ELER – und Landesmitteln zusammen. Betreut wird das Projekt durch den Projektträger ILB.