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Der verpackungsfreie Supermarkt: Stand und Perspektiven

Über die Chancen und Grenzen des Precycling im Lebensmitteleinzelhandel ("Projekt unverpackt")


Projekthintergrund

Das Aufkommen an Verpackungsabfällen steigt in Deutschland beständig und erreichte 2014 einen Spitzenwert von 17,8 Millionen Tonnen (Schüler 2016). Ein Ansatz, um dem Negativtrend der Verpackungszunahme unternehmerisch zu begegnen, ist die Eröffnung von Geschäften, die Waren unverpackt bzw. in Mehrwegverpackungen anbieten.

Inspiriert von ähnlichen Modellen in anderen Ländern sowie der sogenannten „Zero Waste“-Bewegung sind in Deutschland seit 2014 über 80 derartige Läden entstanden: Kund*innen nutzen eigene oder vor Ort erwerbbare Behälter, in die sie Waren abfüllen. Vorrangiges Ziel ist die Reduzierung des Verpackungsmülls in den Handelsstufen und beim individuellen Konsum sowie der bedarfsgerechte Einkauf von Lebensmitteln. Neben diesen „reinen“ unverpackt-Läden („Konzeptläden“) gibt es eine zunehmende Zahl an Läden, in denen ein Teil des Sortiments unverpackt angeboten wird („Streckenläden“).

Auch wenn sich die die Verbreitung dieses Angebots recht dynamisch entwickelt, bedient es bislang eine sehr kleine Nische, zu der nur wenige Kund*innen Zugang haben.


Vernetzung der unverpackt-Läden als zentrales Ziel - Einblicke aus den bisherigen fünf unverpackt-Workshops:

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Ziele des FuE-Projektes

Ziel des Forschungsprojektes ist es, Potenziale und Herausforderungen des unverpackt-Konzepts in Deutschland im Rahmen einer qualitativen Studie zu erheben, zu analysieren und hinsichtlich ihrer Implikationen für nachhaltigen Konsum zu untersuchen. Hierzu arbeiten wir eng mit der Praxis, insbesondere den unverpackt-Läden, zusammen.

Zentrale Annahme des Projektes ist, dass das unverpackt-Konzept aufgrund des mittlerweile im Lebensmittelhandel etablierten hohen Grades an Verpackung sowie der damit verbundenen Abfallmengen und der Notwendigkeit der Reduzierung von Lebensmittelverlusten ein großes Potential zur ökologischen Transformation der Prozesse im Lebensmitteleinzelhandel birgt. Gleichzeitig stößt das Konzept aber auch auf zahlreiche Herausforderungen und ist von Veränderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette abhängig.

Ausgangspunkt der Untersuchung sind die derzeit bundesweit existierenden Konzeptläden. Im Rahmen von Fallstudien wird untersucht,

  • welche Probleme bei Zulieferung, Logistik und dem Verkauf existieren,

  • wie entlang der Wertschöpfungskette Verpackungen eingespart werden können,
  • welche Lösungen die Läden zur Umsetzung des unverpackt-Konzepts entwickelt haben,

  • welche Produkte sich mehr oder weniger gut für das unverpackt-Konzept eignen,
  • welche verschiedenen Typen an „unverpackt“-Kund*innen existieren, vor welchen Herausforderungen das Konzept Kund*innen stellt und wie die Alltagskompatibilität dieser Form des Einkaufens erhöht werden kann.

Neben der lösungsorientierten Erforschung der aktuellen Herausforderungen des Konzeptes stellt die Vernetzung der Ladnerinnen und Ladner ein zentrales Ziel des Projektes dar. Dieses wird insbesondere durch regelmäßige Workshops sowie die digitale Vernetzung realisiert. Zusammen mit der Praxis - insbesondere den "unverpackt"-Ladner*innen - wollen wir herausfinden, wie das "unverpackt"-Konzept derzeit funktioniert und zukünftig optimiert und weiter verstetigt werden kann.

Das Projektteam an der HNEE:


20180611_FB2_Unverpackt_Team_2000

v.l.n.r.: Prof. Dr. Jens Pape, Alexandra Wittwer,

Dr. Melanie Kröger (Foto: Annika Bischof)



Boeln

Ein FuE-Vorhaben aus dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft im Bereich „Ökonomie/Sozialwissenschaften der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

(Förderkennzeichen 14NA025)  Projektlaufzeit:  1. Mai 2016 bis 31.12.2019