Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
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Nebenjob im Studium


Geldgeber

Neben dem Studium zu arbeiten kann viele Vorteile haben: erste Berufserfahrung, finanzieller Zugewinn, Einblick in die zukĂŒnftige Branche. Wie viel nebenher gearbeitet und verdient werden darf, hĂ€ngt von verschiedenen Faktoren ab. Damit am Ende nicht draufgezahlt oder das Studium in Gefahr gebracht wird, hier einige Infos.


Jobarten


Es gibt die unterschiedlichsten Arten neben dem Studium zu arbeiten. Hier finden Sie eine Auflistung mit kurzer Definition. Jede Art hat ihre Vorteile und Nachteile und wirkt sich unterschiedlich auf Versicherungen, Steuern etc. aus.

450-Euro-Minijob

Diese Art ist auch unter "geringfĂŒgiger BeschĂ€ftigung" bekannt. Es bedeutet, dass durchschnittlich nicht mehr als 450 Euro im Monat verdient werden dĂŒrfen. Dabei kann es in einem Monat mal mehr und im anderen auch mal weniger sein, am Jahresende gilt es die 5.400 Euro/Jahr nicht zu ĂŒberschreiten. Auch Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld zĂ€hlt dazu. Sie dĂŒrfen hier (unter BerĂŒcksichtigung der Rechtslage) so viel arbeiten, wie Sie wollen.

kurzfristige BeschÀftigung

Auch diese Art zĂ€hlt zu den Minijobs. Kurzfristige BeschĂ€ftigung heißt nicht mehr als 3 Monate (70 Arbeitstage) im Jahr. DafĂŒr darf hier auch mehr verdient werden. Am Jahresende zĂ€hlt wieder die 5.400 Euro-Grenze.

Werkstudent*in

Werkstudent*innen arbeiten neben dem Studium in einer BeschĂ€ftigung, die nicht mehr als geringfĂŒgig gilt. Sie verdienen oftmals mehr und arbeiten bis zu 20 Stunden pro Woche. Üblicherweise spricht man von WerkstudententĂ€tigkeit, wenn die Arbeit etwas mit dem Studium zu tun hat und ein Vorankommen im Studium, z.B. durch Ableistung des Pflichtpraktikums, AusfĂŒhren von Projekten oder Schreiben der Abschlussarbeit, ermöglichen. Diese Jobs bieten auch ideale Einstiegschancen.

studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft

HilfskrĂ€fte werden an Hochschule zur UnterstĂŒtzung der Lehre und Forschung eingesetzt. FĂŒr sie gelten die gleichen Bedingungen wie fĂŒr Minijobs. Studentische HilfskrĂ€fte mĂŒssen an einer Hochschule immatrikuliert sein, wissenschaftliche HilfskrĂ€fte mĂŒssen das nicht. Hier wird jedoch ein Hochschulabschluss gefordert. Die Bezeichnungen "Studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft" unterscheiden sich in den BundeslĂ€ndern. SHK und WHK die nicht in Lehre und Forschung arbeiten sind streng genommen keine SHK und WHK, sondern "nur" Minijobber. Sie werden oftmals aber dennoch so bezeichnet. FĂŒr HilfskrĂ€fte jeder Art gilt das Teilzeit- und Befristungsgesetz.

Infos fĂŒr SHK und WHK an der HNEE gibt es bei der Personalabteilung.

bezahltes Praktikum

Hier wird unterschieden zwischen dem Pflichtpraktikum als Bestandteil des Studiums und dem freiwilligem Praktikum, das nicht von der Studienordnung vorgegeben wird. Wann ein Praktikum bezahlt wird, ist im Mindestlohngesetz geregelt. Pflichtpraktika sind generell nicht vergĂŒtungspflichtig. Ein freiwilliges Praktikum erst ab 3 Monaten Laufzeit. FĂŒr freiwillige Praktikant*innen gelten die gleichen Bedingungen wie fĂŒr Minijobber.

SelbststÀndigkeit

SelbststÀndig ist, wer nicht angestellt ist. Die SelbststÀndigkeit muss beim Finanzamt und Gewerbeamt angemeldet werden.


Krankenversicherung


Wer noch keine 25 Jahre alt ist und studiert, kann sich bei seinen Eltern familienversichern lassen. Hier gilt eine Nebenerwerbsgrenze von 435 Euro im Monat bzw. 450 Euro pro Monat in einem Minijob. Wird das ĂŒberschritten, mĂŒssen Sie sich selber als Student*in versichern. Im Falle einer WerkstudententĂ€tigkeit ist die Arbeitszeit die Richtlinie. Im Durchschnitt dĂŒrfen Sie nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Wenn Sie z.B. in den Semesterferien mehr arbeiten, dĂŒrfen Sie innerhalb eines Jahres nicht mehr als 26 Wochen lang mehr als 20 Stunden arbeiten. Wer wĂ€hrend des Studiums ein Pflichtpraktikum ableistet, ist weiterhin bei der Krankenversicherung (familien-)versichert. Auch Studierende, die nebenher selbststĂ€ndig arbeiten, dĂŒrfen nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten und keine Arbeitnehmer*innen beschĂ€ftigen. Bei mehr als einem Nebenjob wird alles zusammengezĂ€hlt.

Bei Nachfragen zu EinzelfÀllen wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse.


Steuern


Im Regelfall sind in einem Nebenjob keine Steuern zu zahlen. Ausnahmen gibt es natĂŒrlich, wenn die Einkommensgrenze ĂŒberschritten wird und wenn mehr als ein Nebenjob existiert, dann können Lohnsteuern anfallen. Wer mehr als zwei Jobs hat, bekommt automatisch ab dem zweiten Job fĂŒr jeden weiteren Job die Steuerklasse 6 zugewiesen. Der bzw. Die Arbeitnehmer*in dĂŒrfen selber entscheiden, in welchem ArbeitsverhĂ€ltnis welche Steuerklasse angegeben wird. Voraussetzung ist, dass die Besteuerung im Minijob nach der Lohnsteuerklasse und nicht pauschal erfolgt. Das kann bei der arbeitgebenden Einrichtung nachgefragt werden. Am Ende des Jahres lohnt sich dann evtl. eine SteuererklĂ€rung. Einkommen, das im Praktikum erzielt wird, unterligt u.U. auch der Besteuerung. Wird mehr verdient als der Grundfreibetrag betrĂ€gt, werden Steuern fĂ€llig.

Bei Nachfragen zu EinzelfÀllen wenden Sie sich an den Steuerring oder Ihr zustÀndiges Finanzamt.


Rentenversicherungspflicht


Seit 2013 besteht eine Rentenversicherungspflicht im Minijob. Von dieser kann man sich befreien, was aber Auswirkungen auf die spĂ€tere Rente hat. Ein Minijob ĂŒber 12 Monate zĂ€hlt normalerweise mit 12 Monaten fĂŒr die Rente, wer sich von der Rentenversicherung befreien lĂ€sst, bekommt immerhin noch 4 Monate angerechnet. Im Pflichtpraktikum sind Studierende von der Rentenversicherung automatisch befreit. Wer sein Pflichtpraktikum vor oder nach dem Studium ableistet und dafĂŒr Geld bekommt, gilt als Auszubildende*r und muss BeitrĂ€ge fĂŒr die Rentenversicherung zahlen. Liegt der Monatslohn unter 325 Euro, ĂŒbernimmt die arbeitgebende Einrichtung die vollen Kosten. DarĂŒber hinaus werden die Kosten aufgeteilt. FĂŒr freiwillige Praktikanten gelten die Regelungen wie fĂŒr Minijobber.

Bei Nachfragen zu EinzellfÀllen wenden Sie sich an die Deutsche Rentenversicherung.


Sozialabgaben


Zu den weiteren Sozialabgaben zĂ€hlen die BeitrĂ€ge fĂŒr die Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Studierende im Minijob zahlen diese nicht. Auch Studierende im Pflichtpraktikum wĂ€hrend des Studiums sind davon befreit. Studierende im Pflichtpraktikum vor und nach dem Studium werden auch hier wieder als Auszubildende behandelt und sind versicherungspflichtig. Bei freiwilligen Praktikanten gelten die Regeln wie fĂŒr Minijobber.


BAföG und andere Geldgeber*innen


Wer Geld von offizieller Seite erhĂ€lt, sollte im Vorfeld prĂŒfen, wie viel im Nebenjob verdient werden darf. Als BAföGbezieher*in liegt die Grenze bei 5.400 Euro im Jahr. Auch bei Stipendien kann es Regelungen zum Zuverdienst geben.

Bei Nachfragen zu EinzelfÀllen wenden Sie sich an Ihre BAföG-Beratungstelle bzw. Ihre*n Geldgeber*in.


Zum Weiterlesen


 Alles zum Nebenjob

 Zeit Campus

 Definition: Werkstudent

 Wikipedia

 Hinweise zur Lohnsteuerklasse

 Wikipedia

 Krankenversicherung

 Techniker Krankenkasse

 BAföG

 MyStipendium

 GeringfĂŒgige BeschĂ€ftigung und BeschĂ€ftigung in der Gleitzone

 Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales

 Minijob: Was ist das? Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.