Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
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Johannes-Schubert-Preisverleihung 2020

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) hat heute Nachmittag in einer Online-Veranstaltung die Preise der Johannes-Schubert-Stiftung an zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen vom Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz verliehen. Seit 1996 werden die mit jeweils 1.000 Euro dotierten Preise für herausragende Arbeiten zu ökologischen (insbesondere meteorologischen) Themen verliehen.

Johannes-Schubert-Preisverleihung 2020

Während der Online-Preisverleihung des Johannes-Schubert-Preises 2020 (v. l. oben n. r. unten):  Prof. Dr. Andreas Linde (Vorstandsvorsitzender der Johannes-Schubert-Stiftung), Dr. Frank-Uwe Michler (Gutachter der Preisträgerin N. Edinger), Prof. Dr. W.-G. Vahrson (Präsident der HNEE und Vorstandsmitglied der Johannes-Schubert-Stiftung), Preisträgerin Manja Lutze und Prof. Dr. Martin Guericke (Vorstandsmitglied der Johannes-Schubert-Stiftung) Die Preisträgerin Nadin Edinger ist nicht im Bild.

Johannes-Schubert-Preisträgerin 2020: Nadin Edinger (Foto: privat)

Johannes-Schubert-Preisträgerin Nadin Edinger (Foto: privat)

Johannes-Schubert-Preisträgerin 2020: Manja Lutze (Foto: privat)

Johannes-Schubert-Preisträgerin Manja Lutze (Foto: privat)

Geehrt wurde Manja Lutze für ihre Arbeit „Moore in der Bergbaufolgelandschaft –  Vergleich der Entwicklung zweier Moore mit unterschiedlicher Entfernung zum Tagebau Jänschwalde“, welche von Prof. Dr. Vera Luthardt und Corinna Schulz vom Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz betreut wurden und in Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt Brandenburg und der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg entstanden ist.
Allgemein bekannt sind die gravierenden Folgen der im Tagebau notwendigen Grundwasserabsenkungen. Vermehrt klagen Umweltverbände und weisen dabei auf die Gefahren fehlenden Grundwassers für umliegende Naturschutzgebiete hin, die vor allem aus Feuchtgebieten, wie Mooren, bestehen. Frau Lutze belegte in ihrer Abschlussarbeit fundiert, dass das Moor im Grundwasserabsenkungsbereich des Tagebaus im Zeitreihenvergleich deutliche Verschlechterungen aufweist, die nicht allein auf die Entwicklung der klimatischen Wasserbilanz zurück zu führen sind. Besonders große Beachtung finden die Ergebnisse auch deshalb, weil die Preisträgerin entgegen des dafür beauftragen Gutachterbüros zu einer teilweise abweichenden Einschätzung zu den Auswirkungen des Tagebaues auf angrenzende Feuchtgebiete kommt.

Die zweite Preisträgerin, Nadin Edinger, ebenfalls Absolventin des Studiengangs Landschaftsnutzung und Naturschutz, wird für ihre Bachelorarbeit mit dem Titel „Raumnutzung sendermarkierter freilebender Wölfe in Brandenburg und Sachsen-Anhalt (Deutschland)“ ausgezeichnet. Frau Edinger liefert in ihrer Abschlussarbeit einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis des Raumverhaltens von Wölfen in Deutschland. Die zunehmende Bedeutung des Natur-, Umwelt- und Ressour­cen­schutzes führte dazu, dass viele Tierarten, die im Laufe der Zeit ausgerottet wurden, unter Schutz gestellt wurden und sie in ihre einstigen Verbreitungsgebiete zurückkehrten. Die Neueroberung der früher heimischen Wildarten stellt die Gesellschaft im Umgang damit vor große Herausforderungen. Der HNEE-Wildtierexperte Dr. Frank-Uwe Michler vom Fachbereich für Wald und Umwelt, der zusammen mit Prof. Dr. Siegfried Rieger die Abschlussarbeit betreute, betont in seiner Laudatio: „Während durch die Etablie­rung eines bundesweiten Monitoring­-Programms die Situation und Verbreitung der Wolfspo­pu­­­­lation in den meisten Bundes­län­dern sehr gut doku­men­­­­tiert ist, fehlen bislang wissen­schaftlich fun­­dierte Daten zur Raumnutzung sowie zum Raum-Zeit-Verhalten freilebender Wölfe, um die häufig emotional geführten Dis­kus­sionen zu versachlichen bzw. die Interes­sen­­konflikte zu entschär­fen.“ Hervorgehoben wurde zudem die sehr engagierte Arbeitsweise der Preisträgerin und die mit hoher wissenschaftlicher Qualität durchgeführten Analysen zum Raum-Zeit-Verhalten von sender­mar­kier­ten freilebenden Wölfen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Prof. Dr. Andreas Linde
Vorstandsvorsitzender der Johannes-Schubert-Stiftung
Telefon: 03334 657-190
andreas.linde@hnee.de

oder

Johanna Köhle
Leiterin Hochschulkommunikation
Telefon: 03334 657-248
johanna.koehle@hnee.de


Über den Johannes-Schubert-Preis
Der Johannes-Schubert-Preis ist nach dem langjährigen Professor und ehemaligen Rektor der Forstlichen Hochschule in Eberswalde Johannes Schubert (1859 - 1947) benannt. Bedingt durch die deutsche Teilung erfuhr seine Tochter Heilwig Augustiny erst nach der Wende von ihrem Erbe und gründete damit im Jahr 1995 die Johannes-Schubert-Stiftung. Seit 1996 wird der Preis jährlich für herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten verliehen. Bis zu ihrem Tod im Mai 2016 war Frau Augustiny ein aktives Vorstandsmitglied der Stiftung und wohnte noch der letzten Preisverleihung im November 2015 persönlich bei.